Biomethananlage Pforzheim

Aus eins mach zwei: Stadtwerke Mühlacker erweitern ihr Engagement für erneuerbare Energien

Die Stadtwerke Mühlacker bauen ihr Engagement im Bereich der erneuerbaren Energien weiter aus. Zu Jahresbeginn haben sie eine bestehende Biogasanlage in Pforzheim übernommen. Der neue Standort ergänzt die seit 2007 erfolgreich betriebene Biomethananlage in Mühlacker und stärkt die regionale, klimafreundliche Energieversorgung.

Erfahrung, die verbindet

Seit dem Jahr 2007 betreiben die Stadtwerke Mühlacker eine moderne Biomethananlage in Mühlacker. Mit der Übernahme der Anlage in Pforzheim wird diese Erfolgsgeschichte nun fortgeschrieben.

Der Standort wurde von der NEXOGAS Holding GmbH übernommen und wird künftig gemeinsam mit der Anlage in Mühlacker weiterentwickelt. Für den Betrieb in Pforzheim ist Mathias Naun verantwortlich, der bereits die Biomethananlage in Mühlacker leitet.

Optimierung des Anlagenbetriebs

Nach der Übernahme wurden zunächst wichtige technische und biologische Maßnahmen umgesetzt. Die Biologie der Anlage wurde angepasst und mit den gleichen Hefekulturen beimpft, die bereits am Standort Mühlacker erfolgreich eingesetzt werden.

Damit sollen die Prozesse in den Fermentern stabilisiert und Probleme an den Rührwerken und der Pumpanlage reduziert werden. Zusätzlich wurde einer der Behälter vollständig entleert, um ein defektes Rührwerk zu ersetzen. Die kontinuierliche Bewegung des Substrats ist entscheidend für einen zuverlässigen biologischen Prozess.

Das entnommene Material konnte anschließend als wertvoller Dünger auf benachbarten Ackerflächen ausgebracht werden.

Weitere Optimierungsmaßnahmen sind geplant, um die verbleibende EEG-Förderperiode bis Ende 2027 bestmöglich zu nutzen.

Energie aus der Region

Die Biogasanlage in Pforzheim wurde im Jahr 2007 in Betrieb genommen und verfügt über eine elektrische Leistung von einem Megawatt.

Zur Anlage gehören:

  • zwei Fermenter,
  • ein Nachgärer,
  • zwei Substratlager,
  • zwei Blockheizkraftwerke.

Anders als am Standort Mühlacker wird das erzeugte Biogas in Pforzheim nicht in das öffentliche Gasnetz eingespeist. Stattdessen wird es direkt vor Ort in zwei Blockheizkraftwerken zur Erzeugung von Strom und Wärme genutzt.

Kürzere Wege, weniger Emissionen

Bereits vor der Übernahme arbeitete die Biomethananlage Mühlacker mit zahlreichen landwirtschaftlichen Betrieben aus dem Raum Pforzheim zusammen.

Durch den neuen Standort können Landwirtinnen und Landwirte ihre geernteten Substrate nun direkt zur Anlage in Pforzheim liefern. Das verkürzt Transportwege, spart Zeit und Kosten und senkt gleichzeitig den CO₂-Ausstoß.

So profitieren Landwirtschaft, Energieversorgung und Umwelt gleichermaßen von der regionalen Zusammenarbeit.

Zukunft nachhaltig gestalten

Neben der technischen Optimierung entwickeln die Stadtwerke Mühlacker Konzepte für einen langfristigen und wirtschaftlichen Weiterbetrieb der Anlage.

Eine mögliche Perspektive ist die Nutzung der Abwärme aus den beiden Blockheizkraftwerken. Diese könnte künftig in ein Nahwärmenetz eingespeist werden und Gebäude im Umfeld zuverlässig mit regional erzeugter Wärme versorgen.

Damit bietet der Standort Pforzheim nicht nur kurzfristig Potenzial für eine nachhaltige Stromproduktion, sondern auch langfristige Chancen für eine klimafreundliche Wärmeversorgung.

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